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Themen der Ausgabe 2. Quartal  2018:


Abrechnungshinweise

Änderung oder Ergänzung von Diagnosen

Eine nachträgliche Änderung oder Ergänzung von Diagnosedaten ist nach § 303 Abs. 4 SGB V nur in solchen Fällen zulässig, in denen die Diagnosen aufgrund technischer Übermittlungs- oder formaler Datenfehler falsch übertragen wurden. Somit dürfen Diagnosen u. a. auch im Rahmen von Unterrichtungen nach §106d Absatz 3 Satz 2 und Anträgen nach §106d Abs. 4 SGB V nicht nachträglich geändert oder ergänzt werden.


Quelle: Ergänzende Regelungen nach §303 Abs.4 SGB V

Postleitzahl-Angabe

Zu den vollständigen Datenangaben im Ersatzverfahren gehört laut Bundesmantelvertrag Ärzte unter anderem die Angabe der Postleitzahl des Wohnortes des Versicherten. Aus gegebenem Anlass möchten wir Ihnen an dieser Stelle noch einmal die Dringlichkeit dieser Angabe darlegen. Gemäß Anlage 21 zum Bundesmantelvertrag Ärzte erfolgt die Zuordnung der bei dem Versicherten erbrachten Leistungen zum Bezirk einer Kassenärztlichen Vereinigung nach Maßgabe der auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeicherten Postleitzahl des Wohnortes des Versicherten. Diese Angabe ist entscheidend für eine evtl. Geltendmachung der erbrachten Leistungen über den Fremdkassenzahlungsausgleich, dessen Mechanismus zum Tragen kommt, wenn ein Versicherter mit Wohnort in einem anderen Bundesland einen Arzt oder Psychotherapeut in Hamburg aufsucht.

 

Abrechnungshinweise zum Stuhltest „iFOBT“

Ab dem 1. April 2018 wird im EBM klargestellt, dass die Koloskopie gemäß den Krebsfrüherkennungs-Richtlinien nach der GOP 01741 ausschließlich für die Abrechnung von Früherkennungskoloskopien vorgesehen ist, auf die Versicherte ab dem 55. Lebensjahr zweimal alle zehn Jahre Anspruch haben. Koloskopien, die aufgrund eines positiven Früherkennungstests auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) durchgeführt werden, gelten als Abklärungskoloskopien und werden deshalb als kurative Darmspiegelung nach der GOP 13421 abgerechnet.

 

Des Weiteren wurde vom Bewertungsausschuss klargestellt, dass die GOP 01738 (Hämo-globin im Stuhl, immunologisch) nicht zur fachärztlichen Grundversorgung gehört. Ärzte erhalten deshalb ab dem 1. April 2018 keine Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG), wenn Sie im Behandlungsfall die quantitative immunologische Bestimmung von occcultem Blut im Stuhl (iFOBT) im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung abrechnen. Hintergrund ist, dass die Durchführung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen des Abschnitts 32.3 EBM und entsprechender Untersuchungen im Abschnitt 1.7 EBM generell nicht zur Grundversorgung zählen und deshalb von der Berechnungsfähigkeit der PFG ausgeschlossen sind. Dazu zählen auch Früherkennungsuntersuchungen.


Quelle: Beschluss des EBA, 54. Sitzung, 14.03.2018 und Beschluss des BA, 411. Sitzung, 19.12.2017


Psychotherapeutische Sprechstunde wird ab April verpflichtend

Der Einstieg in die psychotherapeutische Versorgung erfolgt ab April verpflichtend für alle Patienten über eine Sprechstunde. Ab 1. April gilt: Erst wenn ein Patient eine Psychotherapeutische Sprechstunde aufgesucht hat, kann mit probatorischen Sitzungen oder einer Akutbehandlung begonnen werden. Vorgeschrieben sind mindestens 50 Minuten.


Ausnahmen gibt es für Patienten, die aufgrund einer psychischen Erkrankung in einer stationären Krankenhausbehandlung oder rehabilitativen Behandlung waren. Sie können auch ohne vorherige Sprechstunde mit probatorischen Sitzungen oder einer Akutbehandlung anfangen. Dies gilt auch, wenn ein Therapeutenwechsel während einer laufenden Therapie erfolgt.


Quelle: Praxisnachrichten KBV vom 22.03.2018