Sie befinden sich hier: Ärzte und PsychotherapeutenAbrechnungNewsletter ♦ 4. Quartal 2017


Themen der Ausgabe 4. Quartal  2017:


Differenzierte Vergütung für die Kontrolle der Schrittmachersysteme

Zum Quartal 4/2017 wird die Abrechnungssystematik bei Schrittmachersystemen reformiert. Die Neuerung besteht im Wesentlichen darin, dass die telemedizinische und konventionelle Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen nach den Aggregattypen Herzschrittmacher, Kardioverter/Defibrillatoren und Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) differenziert werden. Hierfür werden in den EBM-Kapiteln 4 (Pädiatrie) und 13 (Innere Medizin, Kardiologie) jeweils drei neue GOP für die konventionelle Funktionsanalyse und zwei GOP für die telemedizinische Funktionsanalyse aufgenommen. Zeitgleich werden die bisherigen GOP 04417, 04418, 13552 und 13554 gestrichen. Die Bewertung der neuen GOP ist abhängig vom Aggregattyp, nicht jedoch von der Art der Funktionskontrolle (konventionell oder telemedizinisch). Wie bisher sind die pädiatrischen Leistungen höher bewertet als die Leistungen für Erwachsene. Die Vergütung erfolgt –analog zu den bisherigen GOP – innerhalb der MGV.

Überblick zu den neuen und alten GOP


Hinweis zur Abrechnung:
Bis zum 31. Dezember 2017 sind die GOP 13573 bis 13576 und 04413 bis 04416 auch ohne die Genehmigung gemäß der Vereinbarung zur Funktionsanalyse von Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V berechnungsfähig.

Die GOP 13571 und 13573 bis 13576 sind nur berechnungsfähig, sofern die Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt am 30. Juni 2017 über eine Genehmigung zur Durchführung von Funktionsanalysen von Herzschrittmachern, Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie gemäß der Vereinbarung zur Herzschrittmacherkontrolle gemäß § 135 Abs. 2 SGB V verfügen. Die GOP 13574 und 13576 sind zudem von Fachärzten für Innere Medizin ohne Schwerpunkt nur berechnungsfähig, sofern die telemedizinischen Funktionsanalysen von Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und/oder Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie im Zeitraum bis 30. Juni 2017 in mindestens zwei Quartalen abgerechnet wurden.

Bei Vertragsärzten, die ihre Tätigkeit unter mehreren Schwerpunktbezeichnungen ausüben und Leistungen der Abschnitte 4.4, 4.5 sowie 13.3 nebeneinander abgerechnet werden, wird die Punktzahl sowie die Prüfzeit um 10% vermindert. In diesem Fall wird die abgerechnete Leistung mit dem Buchstaben-Suffix „I“ gekennzeichnet. Bei Versicherten, bei denen gleichzeitig eine Strahlentherapie durchgeführt wird, kennzeichnen Sie die abgerechneten Leistungen mit dem Buchstaben-Suffix „J“. Also rechnen Sie z.B. bei Versicherten bei denen eine konventionelle Funktionskontrolle des Schrittmachers durchgeführt wird und zeitgleich eine Strahlentherapie stattfindet die GOP 13571J ab. Bei Versicherten, bei denen gleichzeitig eine Strahlentherapie durchgeführt wird, dürfen die Leistungen mit einer Begründung auch häufiger als fünfmal im KHF abgerechnet werden. Als Begründung ist der ICD-10-Kode der für die Strahlentherapie maßgeblichen Erkrankung bei der Abrechnung anzugeben. Wenn beide der o.g. Voraussetzungen erfüllt sind, wird die abgerechnete Leistung mit dem Buchstaben-Suffix „K“ gekennzeichnet.

Quelle: Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 397. Sitzung vom 21. Juni 2017, Teil B