Sie befinden sich hier: Ärzte und PsychotherapeutenAbrechnungNewsletter ♦ 4. Quartal 2017


Themen der Ausgabe 4. Quartal  2017:


Neue Leistungen in der Palliativmedizin

Ab dem 4. Quartal 2017 können Hausärzte und auch die meisten Fachärzte die neuen palliativmedizinischen Leistungen aus dem Kapitel 37.3 EBM abrechnen. Für einige Leistungen ist eine Abrechnungsgenehmigung der KV sowie die Erfüllung der Voraussetzungen gemäß Anlage 30 zum BMV-Ä erforderlich. Weitere Voraussetzungen bestehen darin, dass der Patient nach Kenntnis des teilnehmenden Arztes nicht gleichzeitig Leistungen im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), mit Ausnahme der Beratungsleistung, erhält und bei ihm die Kriterien gemäß § 2 der Anlage 30 zum BMV-Ä vorliegen. Die Vergütung dieser Leistungen erfolgt extrabudgetär.

Folgende GOP dürfen nur von Vertragsärzten berechnet werden, die die Voraussetzungen gemäß Anlage 30 zum BMV-Ä erfüllen:

GOP 37300 – Palliativmedizinische Ersterhebung:

  • 392 Punkte / ca. 42,14 € / einmal im KHF
  • Angelehnt an die GOP 03370 und 04370 mit darüber hinausgehenden Leistungsinhalten, wie z.B. das Assessment in fünf verschiedenen Bereichen
  • Kann nur von einem an der Behandlung teilnehmenden Vertragsarzt berechnet werden

GOP 37302 – Koordinationspauschale:

  • 275 Punkte / ca. 29,56 € / einmal im BHF
  • Zuschlag zur Versicherten- bzw. Grundpauschale für den koordinierenden Vertragsarzt gem. Anlage 30 zum BMV-Ä
  • Honorierung der Koordination von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen sowie der palliativmedizinischen/pflegerischen Versorgung
  • Neben der GOP 37302 können im BHF keine Leistungen des Abschnitts 37.2 EBM abgerechnet werden

GOP 37317 - Telefonische Erreichbarkeit und Besuchsbereitschaft in kritischen Phasen:

  • 1.425 Punkte / ca. 153,18 € einmal im KHF
  • Zuschlag zur GOP 37302
  • Vorhaltung einer telefonischen Erreichbarkeit des koordinierenden Arztes u. a. für Patienten, Familienangehörige und Pflegekräfte
  • Erreichbarkeit muss zuvor zwischen dem Arzt und dem Patienten bzw. den Angehörigen oder anderen Begleitern abgestimmt werden
  • Der Zeitraum für die Vorhaltung der Erreichbarkeit/Besuchsbereitschaft liegt im Ermessen des koordinierenden Arztes

GOP 37318 – Telefonische Beratung von mindestens 5 Minuten Dauer:

  • 213 Punkte / ca. 22,90 € / je Telefonat
  • Telefonate mit dem Bereitschaftsdienst, Angehörigen, Pflegepersonal und/oder Krankenhaus
  • Ausgeschlossen sind Telefonate mit dem Patienten, denn diese sind Bestandteil der Versicherten-/Grundpauschale bzw. über die GOP 01100 / 01101 berechnungsfähig
  • Außerhalb der Sprechstundenzeiten zwischen 19 und 7 Uhr und ganztätig an Wochenenden/Feiertagen
  • Im BHF auch neben der Versicherten-/Grundpauschale berechnungsfähig
Folgende GOP dürfen von allen an der Versorgung eines Palliativpatienten beteiligten Vertragsärzten berechnet werden:

GOP 37305 – Zuschlag zu den GOP 01410 (Besuch) und 01413 (Mitbesuch):

  • 124 Punkte / ca. 13,33 € / je vollendete 15 Minuten
  • Höchstwert 744 Punkte am BHT (=1,5 Std.)
  • Zuschlag entspricht den GOP 03371 / 04371

GOP 37306 – Zuschlag zu den GOP 01411, 01412 und 01415 (Dringende Besuche):

  • 124 Punkte / ca. 13,33 € / je Besuch
  • Zuschlag entspricht den GOP 03372 / 04372

GOP 37320 - Fallkonferenz gemäß Anlage 30 zum BMV-Ä:

  • 64 Punkte / ca. 6,88 € / höchstens fünfmal im KHF
  • Für patientenorientierte Fallbesprechungen (auch telefonisch) unter Beteiligung der notwendigen ärztlichen Fachdisziplinen und / oder weiterer komplementärer Berufe sowie mit Pflegekräften beziehungsweise Angehörigen
Diese GOP kann nur von einem konsiliarisch tätigen Arzt mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin berechnet werden:

GOP 37314 - Konsiliarische Erörterung durch Arzt mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin:

  • 106 Punkte / ca. 11,39 € / einmal im BHF
  • Für die ggf. erforderliche konsiliarische Erörterung und Beurteilung komplexer medizinischer Fragestellungen durch einen Arzt mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin, der jedoch mangels persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt keine Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale abrechnet

Quelle: Beschluss des Bewertungsausschusses, 398. Sitzung vom 25. Juli 2017